· 

The Qoyllur Rit’i Festival – Peru

The Qoyllur Rit’i Festival – Peru

Das Fest in den Anden gilt als die wichtigste katholische Wallfahrt! Jedes Jahr um den Mai / Juni herum, kommen etwa 100.000 Menschen in die Region Cusco, um den „Lord of Qoyllur'riti“ auf 4700 Metern Höhe anzubeten. Tausende von Tänzern & Musikern feiern diese 7 Tage und stellen die Traditionen der Katholiken & Inkas, sowie andere religiöse Überzeugungen, dar. Sie kommen um die Sterne am Himmel, Jesus Christus und den örtlichen Gletscher zu ehren.

 

Zweimal war ich bei diesem Festival dabei und dieses Mal, mit einer ordentlichen Kamera im Gepäck. Mein Wunsch war es, das Ereignis bestmöglich zu dokumentieren. Aber bevor ich dir die Geschichte erzähle, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, das Ereignis in seiner Umgebung zu beschreiben, so dass du den gesamten Kontext meines Aufenthalts verstehst.

 

Ich war hier um zu arbeiten, nicht um ursprünglich zu fotografieren. Ich führte französische Touristen durch die Region des Ausangate-Berg.

 

Bevor wir zum Qoyllur Rit'i gingen, waren wir bereits 4 Tage lang auf dem heiligsten Berg unterwegs. Deshalb hatten wir nur zwei Tage Zeit, um uns dem Festival zu widmen. Es ist wunderbar als Wanderer die Region und die Bevölkerung kennen zu lernen. Somit hatten wir das Gefühl, eine Pilgerreise von 4 Tagen unternommen zu haben, um dann zur Veranstaltung zu gelangen. Es war wie eine großartige Belohnung für unsere Bemühungen! 

 

Hostino ist ein Freund von mir. Jedes Mal, wenn ich am berühmten Rainbow Mountain in den Anden von Cusco vorbeikomme, verkauft er hier ein paar "Mate de Coca" für die Wanderer. An diesem Tag hatten wir ein nettes Gespräch und er fragte mich nach Frankreich und den dortigen Bergen aus. Es freute ihn zu wissen, dass unsere Berge nicht so groß sind wie seine.

 

Nun, ich denke, dass dieses Bild angemessen ist, um diesen Artikel vorzustellen, da es die Berge zeigt, die den Ausangate umgeben bzw. wo das Qoyllur 'Rit'i Festival stattfindet. Hostino ist ein typischer Quechua-Mann der Region, daher repräsentiert er die Menschen, die hier leben, am besten.

 

Oben siehst Du eine der zahlreichen Lagunen, die wir während der Wanderung sahen. Man bekommt nicht jeden Tag solche roten Berge vorgestellt, aber in diesem Moment waren sie perfekt vom Licht angestrahlt. Man fühlt sich dankbar, wenn man ein Teil dieses Naturschauspiels ist.

Die Lagune ist nur eine halbe Stunde vom berühmten Rainbow Mountain entfernt, den du im unteren Bild siehst hier sehen. 

Julie und Bruno (das französische Paar), genoss die Sonne, die den Berg erleuchtete und all seine surrealen Farben enthüllte. Wir waren hier 5035 Metern hoch....

 

Der Berg ist so besonders und die Farben sind so lebendig, dass sie auch bei schlechtem Wetter die Schönheit des Gipfels genießen können. 

Aber das ist nicht alles! Hier ist ein weiterer unglaublich farbenfroher Berg, am Palomani-Pass(5100 m hoch), auf dem drei kleine Vicuñas ruhen. Leicht sind sie nicht zu sehen, daher erhält man eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie groß dieser Berg tatsächlich ist. 

... Wie dieses unglaubliche Panorama, das wir am vierten Tag von einem 4935 Meter hohen Grat aus bestaunten. Die Landschaft spricht für sich und ist ein idealer Ort zum Nachdenken.

Ländliche Szenen fanden wir am selben Tag im Dorf Pacchanta…

An diesen wundervollen Orten zu sein, hat jedoch einen Preis. In der Tat musst du mindestens 6 bis 8 Stunden am Tag laufen, dich gut an den ständigen Sauerstoffmangel gewöhnen, um die Pässe erklimmen zu können oder aber auch um Nachts schlafen zu können. In solchen Höhen zu schlafen ist keine leichte Sache. Zunächst ist es kalt und die Temperaturen fallen nach 19 Uhr immer unter 0 ° C. Dann wird der Schlaf in der Nacht oftmals unterbrochen, weil eben Sauerstoffmangel herrscht. Daher ist es wichtig, einige Tage in der Höhe zu verbringen, bevor Du ein solches Trekking unternehmen solltest.

 

Aber zum Glück, auch wenn die Nächte hart sein können, wirst du oft mit tollen Campingplätzen und sternenklaren Nächten belohnt…

Nach 4 Tagen in den Bergen und etwa 80 Kilometern Trekkingtour nahmen wir ein Taxi von Tinki nach Mahuayani. Dort erreichten wir das Zentrum der Feier. Um uns herum waren hunderte von Pilgern und Pferden, viel Staub und uns viel es sehr schwer zu atmen. Man konnte es aber schon fühlen, das hier an diesem Platz eine besondere Atmosphäre herrschte. Viele Leute spielten Musik und beteten am Fuß des Berges zahlreiche Kreuze an. Es war beeindruckend....

Es war eine Belohnung, endlich bei den Pilgern auf 4700 Metern Höhe zu sein. Anfangs suchten wir einen Platz zum Campen und machten eine Pause für ein gutes Mittagessen. Dabei diskutierten wir, was als nächstes zu tun sei. Vom Zelt aus sahen wir einen Gletscher, auf den die Leute zu pilgerten. Wir hatten Zeit und entschlossen uns es ihnen gleich zu tun und Abends wiederzukommen, wenn die Mehrheit der Pilger zum Fest eingetroffen sind.

Es dauerte eine Stunde bis wir auf 5000 Meter ankamen und dieses Panorama vorfanden...

Wir kletterten mit Steigeisen auf den Gletscher, wobei die Sonne schon hinter dem Berg verschwand. So war die Zeit gekommen, das Fest mit allen Tänzern und deren traditionellen Kostümen, begleitet von unterschiedlichsten Musikgruppen, zu genießen.

Diese Gruppe ist definitiv jene, die meine Aufmerksamkeit am intensivsten erregte! Wie kommt es, dass Menschen aus dem Dschungel so hoch in die Berge kommen? Ihr Tanz war absolut schön und anspruchsvoll. Am Ende knieten und beteten sie alle zusammen in einer kleinen Kapelle.

Ich wusste, dass es zwei Tage dauerte bis die Gruppe aus dem unteren Teil der Cusco-Region, des Amazonas-Wald, bis hier her kamen. Das zeigt ihre Hingabe an den Herrn von Qoyllur Rit'i und wie wichtig diese Wallfahrt für sie ist.

Hier siehst du Kostüme, die wir in dieser Nacht am Eingang der Kirche sahen.

Es war Zeit zum Schlafen und Ruhe zu finden, da ich 5 Uhr morgens aufwachen wollte, um in den frühen Morgenstunden zu fotografieren. In der Nacht war es kalt… wirklich kalt (-14 ° C)! “

Dieser Tag war der zweite und somit letzte Tag des Qoyllur Rit'i Festival. Als ich aufwachte, war ich überrascht, wie viele Zelte um uns standen. In der Nacht kamen etliche Pilger hinzu! 

Der Ort war nun voll mit Menschen und Zelten. Es war schön, nach so einer kalten Nacht die ersten Sonnenstrahlen auf seiner Haut zu fühlen! Zum Glück hatte ich zwei Schlafsäcke dabei. Einer für 0 ° C und der andere für -8 ° C. Das war eine gute Kombination!

Der Schlaf war gering ausgefallen, da das Festival nie aufhörte. Du fühlst die Energie des Ortes und es gibt dir die Motivation früh aufzustehen, um zu sehen was um einen herum ist.

Die Menschen liefen herum und folgten ihrem Alltag. Ich hatte das Glück, einen schönen Moment miterleben zu können, der das Festival und seine Atmosphäre sehr gut zusammenfasst. Es ist ein Bild, auf das ich wirklich stolz bin…

Das Fest setzte seine Feierlichkeiten und Rituale fort. Die Leute verkleideten sich mit Kostümen, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Sie tanzten, spielten Musik und beteten…

Später beschlossen wir zur Kapelle zu gehen, wo wir zwei Stunden verweilten und einfach nur das Treiben bestaunten.

Die Tänzer waren alle interessant anzuschauen und hier sind einige meiner Lieblingsgruppen, die ziemlich anspruchsvolle Tänze aufführten!

Nun sind die Frauen dran, ihre Talente zu präsentieren…

 

Bald wurde es aber Zeit wieder nach Cusco zurückzukehren und diesen unglaublichen Ort zu verlassen. Das ist die letzte Szene, die wir im Zentrum des Festivals gesehen haben…

Auf dem Weg nach unten, kam es zum Traffic Jam der Pferde....

Zum Schluss - Was kann ich jetzt noch sagen? Nun, ich wünschte, ich könnte beim nächsten Mal länger bleiben. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, weit weg von Raum und Zeit. Einmalig -  Die Schönheit der Menschen, die Landschaften, die Spiele und Kontraste des Lichts, die Intensität und die Vielzahl von Farben, Bewegungen, Körperhaltungen, die festliche und mystische Atmosphäre, die an diesem Ort herrscht, sind unfassbar!

 

Es gibt einen besonderen Moment während des Festivals - das Herabbringen des Kreuzes vom Gletscher, das für heilig gehalten wird. Hunderte von Pilgern klettern nachts herauf und warten, bis die Sonne herauskommt, um das Kreuz in die Mitte der Feierlichkeit zu bringen. Das ist ein ganz besonderer Moment.

 

Wir wollen 2019 wieder kommen. Soweit wir wissen, wird das Festival in diesem Jahr um den 10. Juni stattfinden. Wenn Sie das großartige kulturelle Ereignis in Peru miterleben möchten, können Sie sich gerne an uns wenden, damit wir alles organisieren können. Wir haben die gesamte Campingausrüstung, die für eine solche Expedition notwendig ist, und auch das Team von Köchen, Trägern usw., die uns auf dieser Reise unterstützen werden! Bis bald!

 

Wenn Du mehr Reportagen von Nicolas Castermans sehen möchtest, oder dich einer seiner Reisen anschließen möchtest,.....

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Teile uns

Suche
Suche
Kontakt
Kontakt