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Jüdisches Leben - Alles begann in der Lower East Side von New York

Shalom Halpert, Henry St. Bookbinding, X-Pro1, 14mm f2.8
Shalom Halpert, Henry St. Bookbinding, X-Pro1, 14mm f2.8

1993 war das Jahr,  als ich hart auf den Boden des Lebens aufschlug. Emotional, spirituell und finanziell war ich am Ende. Doch als ich eines Tages ganz unbeabsichtigt durch Manhattan lief, startete ich eine neue spirituelle Reise, die auf der Lower East Side von New York City  ihren Ursprung fand. In der Rivington Street sah ich ein altes Gebäude, dass überall an seinen Wänden mit Graffiti besprüht war. Beim Anblick der Kunst dachte ich mir, dass dies ein großartiges Thema zum Fotografieren wäre. Bei der Architektur handelte es sich um die erste rumänisch-amerikanische Kongregation, also einer historischen Synagoge,  von der mir schon mein Vater und Großvater berichteten.  Während ich so vor mich dahin fotografierte, erschien ein Rabbi und fragte mich, warum ich hier Fotos machte? Wir unterhielten uns einige Minuten, woraufhin er mich zum späteren Abendgebeten einlud.

Two young girls in Williamsburg, Brooklyn, X-T1, 14mm f2.8
Two young girls in Williamsburg, Brooklyn, X-T1, 14mm f2.8

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon einige Jahre nicht mehr in einer Synagoge gewesen, aber angesichts der Gelegenheit,  fragte ich ihn, ob ich auch hier Fotos machen könnte? Es war mein Wunsch mich in diese jüdische Gemeinschaft einzubringen und der Geistliche antwortete mit einem klaren "Ja". Das war der Beginn eines lang andauernden Projektes, in dem sich eine herzliche Beziehung zum Rabbiner, seiner Familie und zu anderen Menschen in der Gemeinde entwickelte. All die dort gemachten Erfahrung lösten in mir ein ruhendes Gefühl (vom Shalom) aus, welches bis heute anhält.

 Yeshiva boys watching a scribe write letters into a Torah scroll X-Pro1, 18-55mm
Yeshiva boys watching a scribe write letters into a Torah scroll X-Pro1, 18-55mm
Rabbis celebrating Havdalah at the end of a Shabbat, X-T1, 16-55mm
Rabbis celebrating Havdalah at the end of a Shabbat, X-T1, 16-55mm

Früher, wo ich mit einer Leica M4 und M6 fotografierte, meine Küche zugleich als Dunkelkammer benutzte, beschäftigte ich mich intensiv mit dem Silberhalogeniddruck. Mein damaliger Fotografielehrer, Mario Cabrera, ermutigte mich eine Ausstellungen zu den gemachten Aufnahmen umzusetzen, was sich aber aufgrund meiner finanziellen Notlage zerschlug. Einige Jahre später bat mich Ben Fernandez, der während meines Projekt die Abteilung für Fotografie an der Parsons School of Design leitete, eine Ausstellung in seiner Galerie zu veranstalten. Diese Gelegenheit konnte ich nicht ausschlagen und stellte meine Werke dort aus.

Mother and daughter lighting Shabbat candles, X-T1, 10-24mm
Mother and daughter lighting Shabbat candles, X-T1, 10-24mm

Einige Jahre später, nachdem Ben und Mario meine fotografische Arbeit förderten, nahm ich die Dokumentation über das jüdischen Leben erneut auf. Nun begann ich regelmäßig auf der Lower East Side, in der Williamsburg und im Crown Heights Viertel von Brooklyn mit einer Nikon D700 zu fotografieren. Ich interessierte mich für die jüdische Gemeinschaft und war fasziniert davon, diese an verschiedenen Orten der Welt, wie in New York, Russland, Kuba und Israel, bildlich festhalten zu können.

Three generations of a rabbi’s family at the morning Shacharit service,  X-T1 16-55mm
Three generations of a rabbi’s family at the morning Shacharit service, X-T1 16-55mm
Holding a newborn grandson before a Brit Milah, X-T1 16-55mm
Holding a newborn grandson before a Brit Milah, X-T1 16-55mm
Playing a clarinet at Chabad World Headquarters in Crown Heights, Brooklyn, X-Pro2 16-55mm
Playing a clarinet at Chabad World Headquarters in Crown Heights, Brooklyn, X-Pro2 16-55mm

Zu meiner Geschichte mit Fujifilm lässt sich sagen, dass ich früh schon mit einer X-Pro1 unterwegs war. Mein Interesse für dieses Gerät wurde geweckt, da es mit einen sogenannten "Rangefinder" / Messsuchersystem arbeitet. Heute fotografiere ich zum größten Teil mit einer X-Pro1, X-Pro2 und X-T1. Auf meinen Reisen nach Israel begleiten mich immer beide X-Pro-Bodys, an welchen ich jeweils eine unterschiedliche Festbrennweite verwende. So sehr mir auch der Arbeitsprozess in meiner Dunkelkammer gefiel, liebe ich die heutigen Vorzüge der digitalen Entwicklung. Dieses sage ich auch vor dem Hintergrund, dass ich immer noch eine Leica M6 und eine ganze Reihe von Objektiven besitze. (Ich denke, das ich jenes Schmuckstück lieber mal aufhebe, nur für den Fall, das ich mal wieder analog arbeiten will). Für meine S/W - Verarbeitung verwende ich momentan die NIK Silver Efex Pro Software.

Matzo bakery in Crown Heights, Brooklyn, X-Pro2 16-55mm
Matzo bakery in Crown Heights, Brooklyn, X-Pro2 16-55mm
Mother and child in Machane Yehuda, the open air food market in Jerusalem, X-T1, 14mm f2.8
Mother and child in Machane Yehuda, the open air food market in Jerusalem, X-T1, 14mm f2.8

Über Gene Lowinger

 

Gene Lowinger lebt die meiste Zeit seines Lebens in New York. Nach dem Erhalt des Bachelors in Politikwissenschaft (an der Rutgers Universität) reiste er nach Nashville, wo er zusammen mit dem Vater der Bluegrass - Music, Bill Monroe, Geige spielte.

 

Später kehrte Gene nach New York zurück,  wo er sein Geigenstudium, bei dem weltberühmten Pädagogen Raphael Bronstein am Mannes College of Music  und an der Manhattan School of Music, fortsetzte. Als freiberuflicher Musiker und als Systemanalytiker an der Wall Street, war er nun viele Jahre in New York tätig. Während seiner Arbeit in der Finanzindustrie studierte er Fotografie an der New School und wurde Dokumentarfotograf. Nun arbeitete er in vielen Teilen Europas, dem Nahen Osten und Russlands. Einige seiner Projekte wurden zusammen mit der Hebrew Immigration Aid Society und der United Jewish Federation realisiert.  Momentan widmet er seine Zeit einer Reportage, die über die Verbindung jüdischer Gemeinschaften in der Diaspora und in Israel berichtet.

 

Gene hat mehrere Musikbücher veröffentlicht (Bluegrass Fiddle, Oak Publications, 1974; Bluegrass Fiddle Styles, G. Schirmer, 1980; Jazz Violine, G Schirmer, 1981), hat zahlreiche Artikel für Musikzeitschriften geschrieben (Bluegrass Unlimited, Fiddler Magazine), seine Fotoaufsätze sind in mehreren Zeitschriften erscheinen (Acoustic Musician, Okt. 1994; Strings Magazine, Mai 1997; Journal of Country Music) und er assistierte seinem Mentor  - Professor Bronstein - beim Verfassen von Violinenliteratur.

 

Seine früheren Fotografiewerke wurden in einer Reihe von Gruppenausstellungen in den Galerien von SoHo, NYC  und zuletzt in der Almanac Gallery in Hoboken, NJ. gezeigt.

 

Sein jüngstes Buch ist eine Sammlung von Fotografien von Bill Monroe und seine Memoiren, die von der University of Illinois Press (I Hear A Voice Calling) veröffentlicht wurden.

 

Weiteres zu den Projekte und Arbeiten von Gene Lowinger findest Du unter folgenden Links:

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Bernstein (Montag, 23 April 2018 13:31)

    Klasse BIlder, welche guten jüdischen Fotografen gibt es sonst noch?

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